Während der Totentanz oft als Tanz mit dem Tod versinnbildlicht wird, beschreibt Hans Christian Andersen den Totenztanz als Tanz des Lebens: „So alt wie jeder von euch ist, so viele Jahre habe ich schon mit euch getanzt. Jeder hat seine eigenen Touren, und der eine hält den Tanz länger aus als der andere.“ Akteur des Tanzes ist der Mensch und nicht der Tod.

Auch heuer wurde ich wieder vom Theaterzeit-Freistadt-Team Susanna Bihari & Ulf Dückelmann eingeladen, zum aktuellen Theater Jedermanns Schuld und Sühne eine thematisch passende Ausstellung zu gestalten. Auf die Totentanz-Wandreliefs der Kunstgeschichte antworte ich mit einer Serie lebensgroßer Tanzperformance-Ausschnitte, realisiert als Cyanotypie auf Papier.

Cyanotypie ist ein altes Verfahren aus den Anfängen der Fotografie. Man trägt mit einem Pinsel in der Dunkelkammer eine UV-empfindliche Emulsion auf einen Bildträger und belichtet mit dem auf Transparentpapier gedruckten Negativ im Sonnenlicht. Nach ein paar Minuten Wässerung im Wasserbad, in Schwarztee oder Löskaffee ist das Bild entwickelt und fixiert.

Ich zeige hier noch nicht die aktuellen Bilder, da sie erst in Vorbereitung sind. Aber ich kann schon ein paar Motive als Cyanotypie-Näherung (Photoshop, mit Tontrennung) zeigen. Meine ersten Versuche in diese Richtung habe ich früher schon hier veröffentlicht. Die wahrscheinlich 15 Bilder werden auf Papierrolle 200 cm x 50 cm belichtet.

Ausschnitt: 3 Bilder der Serie, 200 x 50 cm

Kategorie: Druckgrafik.
Letzte Änderung: 16. Juni 2018