Horizontale Streifen

Ein neues Projekt beschäftigt mich seit etwa einem Jahr sehr intensiv. TEPPOO. Das Projekt hat das „Zusammenwachsen“ von Menschen aus dem Orient und Okzident mit Hilfe der Kunst zum Ziel. Medium des Zusammenwachsens ist das Weben, die Beschäftigung mit unterschiedlichen Techniken und Pattern.

Was kann man mit einfachen Tischwebrahmen gestalterisch machen? Ich habe dazu ein Computerprogramm geschrieben, das aus vorhandenen Wollfarben nach Auswahl der gewünschten Farben Zufallsmuster in der klassischen Leinwandbindung erzeugt. Um diese Pattern auch zu weben, habe ich einen Raspberry-PI-betriebenen Webrahmen gebaut. Die Motorensteuerung der einzelnen Prozesse, die beim Weben notwendig sind, geschieht mit Python, PHP und JavaScript über ein lokales Internet-Interface. Die Maschine ist im Prinzip fertig, ein „paar Schrauben“ muss ich noch drehen, damit die Performance den Wunschvorstellungen entspricht.

Hier ist eine Bildergalerie von Zufallspattern, einige sind ganz gelungen. Man kann sich jetzt fragen, unter welchen Bedingungen man etwas als ästhetisch interessant findet. Das haben wir gemeinsam reflektiert: weil es regelmäßig ist, weil es unregelmäßig ist, weil die Farben harmonsich sind, weil die Farben wilde Kontraste haben, weil meine Lieblingsfarbe dominiert, weil das Muster ungewohnt ist.

Die Maschine wird solche Muster zeilenweise einlesen und weben, dokumentiert den Fortschritt und hält für den Farbwechsel an. Zur Zeit weben wir aber vor allem noch manuell.

Siebdruck: Skizzen und Grafik

Diese Siebdrucke zeigen Kombinationen von Akt-Skizzen. Ich kombiniere dabei verschiedene Motive in unterschiedlichen Farben. Motiv ca. 28 x 20 cm auf 42 x 30 cm. Die Siebe erzeuge ich mit einem Thermobelichter.

 

In dieser Serie kombiniere ich die Akt-Skizzen mit abstrakten de-re-konstruierten Motiven meines Grafik-Generators.

 

Siebdruck auf Papier und Leinen

Zeitversetzter Akt

Drei Zeitphasen des gleichen Videos liegen übereinander. Die Zeitverzögerung kann variiert werden. Gefällt ein Compositum, wird es als Bild gespeichert. Dieses frühere Realtime-Processing-Projekt habe ich jetzt auf Hochformat-Videos erweitert und mit einem Akt-Video einer Performerin bespielt. Die raumfüllenden Bewegungen der Tänzerin geben der Komposition einen besonderen Reiz.

Einzelne Motive dieser Performance möchte ich auch als Druckgrafik (Radierung, Cyanotypie, Siebdruck) gestalten.

Ich zeige hier einen Screenshot der Benutzeroberfläche und sieben Beispiel-Composita.

Screenshot der Benutzeroberfläche

Screenshot der Benutzeroberfläche

 

Grafik-Generator und Akt

Natürlich gibt’s auch eine Grafik-Generator-Version einiger Akt-Bilder. Akt-Skizzen und Fotos werden in einem Computerprogramm geladen, das automatisch nach meinen Vorgaben Ausschnitte, Überlagerungen und Verschiebungen vornimmt. Gelungene Ansichten kann man als Bild abspeichern. Programmiert habe ich – plattformunabhängig – mit processing, der Grafik-Generator läuft derzeit bei mir auf Rasperry Pi mit Touchscreen oder Info-Screen. Fünf Bilder. 

Akt lebensgroß in Cyanotypie

Im Sommer 2017 besuchte ich den Kurs Akt lebensgroß an der Freien Kunstakademie in Augsburg. Das Thema wurde in Zeichnung und Fotografie als Cyanotypie umgesetzt. Cyanotypie ist ein altes Verfahren aus den Anfängen der Fotografie. Man trägt in der Dunkelkammer eine UV-empfindliche Emulsion auf einen Bildträger (in meinem Fall Papier), belichtet ein zuvor auf Folie oder Transparentpapier gedrucktes (entsprechend großes) Negativ und bringt die Belichtungsmappe ins Sonnenlicht. Entwickelt wird ein paar Minuten lang im Wasserbad oder in Löskaffee.

Ich zeige hier drei Bilder auf Papier bzw. Packpapier (Mitte). Durch den Pinselstrich beim Auftragen der Emulsion kann man einen Übergang zwischen Fotografie und Malerei bewirken. Mit den Dutzenden zeichnerischen und fotografischen Motiven der beiden Modelle werde ich noch weitere Bilder als Cyanotypie, Siebdruck und Radierung gestalten.

Für das Projekt „Jedermanns Schuld und Sühne“ der Theaterzeit Freistadt im Juli 2018 bereite ich 9 – 12 lebensgroße Cyanotypien von Körperdarstellungen vor.