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Besuch der Art Innsbruck 2010

Drei Jahre Besuch der Art Innsbruck: Klarerweise ein großer Anteil gleicher Galerien, an manche Werke erinnere ich mich. Es gibt hauptsächlich Malerei, etwas Fotografie, ein bisschen Skulptur, nichts Experimentelles.

Die Ausstellung ist trotzdem anregend, die Anzahl der für mich interessanten Bilder/Objekte nimmt allerdings von Jahr zu Jahr ab. Ich sehe das in Zusammenhang mit meiner wachsenden Erfahrung mit Malerei: Oberflächliches erkenne ich besser, ich entwickle eine genauere Vorstellung von guter bzw. interessanter Malerei. Die Verbindung zeichnerischer und grafischer Elemente mit Acrylmalerei scheint mir eine gute Richtung zu sein. Einzelne Gespräche mit KünstlerInnen über ihre Werke, ihren Stil, ihre Arbeitsweise helfen mir bei der Einschätzung der eigenen künstlerischen Arbeit.

Besonders interessiert haben mich diesmal auch die Preise bzw. die verschiedenen Preiskategorien nach KünstlerInnen und Galerie. Aber darüber schreibe ich jetzt nichts, außer dass ich meine Preise nach oben anpassen und eine Galerie finden muss.

Vertikalspannung

Die Idee der Jakobsleiter liegt meinem Bild Vertikalspannung zugrunde und wird als Menschheitsthema unter anderem im Buch Du musst dein Leben ändern von Peter Sloterdijk thematisiert. Wie es mir mit der Lektüre dieses Buches gegangen ist, habe ich in zwei Beiträgen beschrieben. Die philosophische Begriffsbildung Sloterdijks hat mich zum Titel meines aktuellen dreiteiligen Bildes inspiriert.

Eine interessantere Assoziation für die Jakobsleiter im Sinne einer Vertikalspannung finde ich aber in der Sprache der Poesie. Die poetische Sprache führt wie das Aufwärtsgehen über den Alltag hinaus. Wenn dann in poetischer Sprache die Faszination des Bergsteigens beschrieben wird, wie in Christoph Ransmayrs poetischem Roman Der fliegende Berg, verstärken sich Form (Roman im poetischen Flattersatz) und Inhalt (Extrem-Bergsteigen im Himalaya-Gebiet in Tibet).

… der Weg in die Vertikale hat etwas Besänftigendes, Tröstliches insofern, als ich dort irgendwann jenen Punkt erreiche, an dem es aus dem ganz einfachen Grund nicht mehr weitergeht, weil der nächste Schritt einer ins Leere wäre. (Zitat von Christoph Ransmayr in: Die Rampe 3/09, S 123)

Vertikalspannung

Johann Moser, Vertikalspannung, 2009, ca. 201 x 110cm, Acryl, Karton, Leinwand.