Articles tagged with: Medienkunst

feedback structures

feedback structures sind mehrstufig vernetzte Rückkoppelungsstrukturen, in die beliebige Audio-Files geschickt werden. Die Rückkoppelungszeiten sind von etwa 2 Sekunden bis 40 Sekunden abgestuft, die Intensität der einzelnen Rückkoppelungsebenen ist interaktiv wähl- und veränderbar. Ein dynamischer Generator steuert die Prozesse automatisch, nachdem man Folder für Gruppen von Audiofiles ausgewählt hat. Echtzeitklangkomposition.

Klangbeispiele

Da meine WordPress-Version immer wieder Probleme mit größeren Audiodateien macht, hier der Download auf das mp3-File (rechte Maustaste: Ziel speichern unter …)

Dynamische Rote Quadrate

Eine kleine Spielerei mit roten Quadraten. Sie bewegen sich in gleichmäßigem Tempo orthogonal zu den horizontalen und vertikalen Achsen, von links nach rechts, von rechts nach links, von oben nach unten. Damit knüpfe ich an eine Tradition aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an: Zahlreiche Künstler/innen greifen zu (strengen) geometrischen Formen. In meinem Fall erweitert um den Faktor Bewegung.

Dieses Video ist ein statischer Ausschnitt einer grafischen Echtzeit-Programmierung. Der strenge Ablauf könnte noch verallgemeinert werden: Bewegung nicht nur orthogonal, Quadratlage schwankend bzw. mit Drehung, variables Tempo, Größenveränderung während der Sichtbarkeit von Quadraten. Und natürlich andere Farben. Als Anregung für meine Realtime Processing-Student/innen.

kunst sinne wahrnehmung

Was Kunst ist, darüber scheiden sich die Geister.

Mein Zugang zu dieser Frage ist pragmatisch: Kunst hat mit den Sinnen zu tun, mit der Wahrnehmung. Ich denke an (alte und neue) Musik und Klangkunst, (alte und neue) Malerie, Fotografie und visuelle Kunst, Bewegung und Tanz, Sprache, Literatur und Schauspiel, Skulptur und Architektur. Äußerungen und Botschaften werden so eingesetzt, dass sie unserer Wahrnehmung als außer-ordentlich, über Alltagsgebrauch und Alltagswahrnehmung hinausgehend, erscheinen.

Strukturierung, Wiederholung & Variation, Spannung & Dichte, Reduktion & Abstraktion sind dafür grundlegende Gestaltungsmittel. Die Möglichkeiten der Gestaltung und des Ausdrucks werden laufend erweitert, nicht zuletzt durch die technischen Entwicklungen. Künstler/innen greifen diese Entwicklungen auf und setzen sie anders ein als bisher üblich.

Je nach gewähltem Blickwinkel ist Kunst manchmal politisch, eine Reflexion der Gesellschaft, manchmal eine Reflexion der künstlerischen Mittel und Werkzeuge, manchmal eine Reflexion der Wahrnehmung, manchmal eine Reflexion des Kunstmarktes. Diese Liste ist nicht vollständig.

Beispiele aus Grafikstrukturen und Constructing Bodyportrait

Mein eigenes Kunstschaffen hat die Reflexion der menschlichen Wahrnehmung und der aktuellen technischen Möglichkeiten für Kunstschaffen zum Ausgangspunkt. In der Fotografie beschäftige ich mich in vielen Serien mit Variationen unserer Wahrnehmung, insbesondere, was wir eigentlich wahrnehmen würden, funktionierte unsere Augen/unser Gehirn wie eine Kamera. In der Medienkunst geht es mir um das Kunstschaffen mit Hilfe dynamischer Modelle aus der Mathematik bzw. der Kybernetik. In meiner Zeichnung/Malerei (Kohle bzw. Acryl) versuche ich, das durch Fotografie und Medienkunst gewonnene Verständnis handwerklich auszudrücken.

Wer will kann meiner Kunst auch einen politischen Aspekt entnehmen: Die Reflexion der Wahrnehmung kann immer auch als Kritik der herrschenden Wahrnehmung und damit der durch unsere Wahrnehmung mitkonstruierten herrschenden Verhältnisse gelten.

st[d]reams

st[d]reams sind akustische Fluss-Strukturen, die mit thematisch gruppierten Audio-Files bespielt werden. Rückkoppelungsintensitäten und Klangintensitäten der einzelnen Klangebenen sind interaktiv wähl- und veränderbar. Ein dynamischer Generator steuert die Prozesse automatisch, nachdem man Folder für Gruppen von Audiofiles ausgewählt hat. Echtzeitklangkomposition, realisiert mit MaxMspJitter.

Klangbeispiel

Da meine WordPress-Version immer wieder Probleme mit größeren Audiodateien macht, hier der Download auf das mp3-File (rechte Maustaste: Ziel speichern unter …)

Interface zur Klangkontrolle

Interface zur Klangkontrolle

Das war die Manifesta

Teilnahme an einer mehrtägigen Reise des Absolvent/innen-Vereins der Kunst-UNI Linz zur Manifesta7 in Südtirol/Trento. Nach dem ersten Tag (Franzensfeste) Diskussion mit Kuratoren im Manifesta7-Büro in Bozen über die Organisation, die Konzepte der Ausstellungsorte, die Auswahl der Künstler/innen, die regionale Verankerung.

im gespräch interessant

Die Manifesta ist eine europäische Kunst-Biennale, die jedes Mal in einer anderen europäischen Region stattfindet und zeitgenössische Kunst zeigt bzw. initiiert. Obwohl der Besuch der Ausstellungen aufschlussreich und durchaus interessant war, sind viele der umgesetzten Projekte letztlich doch eher enttäuschend: Die Projekte sind zwar zum Teil zeitgenössische Kunst in dem Sinn, dass sie in letzter Zeit entstanden sind, sie entsprechen aber meist nicht den Möglichkeiten, die zeitgenössische Kunst aufgrund der technischen Entwicklung hat. Den Grund dafür sehe ich in der teilweise versuchten Verankerung in der jeweils lokalen bzw. provinziellen Kunstszene, andererseits in der mangelnden Vernetzung von Künstler/innen, die die Anwendung und Einbeziehung neuer ihnen nicht bekannter Techniken erschwert bzw. verhindert. Ich meine hier nicht in erster Linie das Fehlen interaktiver Konzepte, aber gerade im Audio- und Videobereich sollten auch ein paar dynamische Projekte realisiert werden, um von zeitgenössischer Kunst sprechen zu können.

Einige Bilder als fotografisches Tagebuch, eine Erinnerung an Atmosphären und einzelne Projekte.

Kunstprojekt  diskussion
ausschnitt räume