Kammermusikkonzert zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit Werken für Klavier und Cello. Das (Körper-)Spiel der Cellistin macht mir bewusst, dass die Ausübung von Musik (auch) Gestaltung der Schnittstelle Mensch-Musikinstrument ist. Das Musikinstrument einerseits als Erweiterung des Musiker-Körpers, andererseits als Kommunikationspartner; die Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt werden im Musikinstrument durchlässig.

Das Handling des Musikinstruments wird als mehrdimensionales Sinnesorgan wahrnehmbar, der Wahrnehmungsprozess ist nicht nur auf sich selbst als ausübende Person gerichtet, sondern für die Zuhörenden inszeniert – in diesem Fall nach den (interpretierten) Vorstellungen von Felix Mendeslssohn Bartholdy. Musizieren als Handeln eines Sinnesorgankomplexes, das in der Interaktion mit der erweiterten Körpergrenze (Musikinstrument) im Gehirn der anderen einen intensiven Wahrnehmungsprozess (Musikwahrnehmung, Emotion) auslöst. Ein Sinnesorgan, das neben der Selbstwahrnehmung der Außenwelt (Schwingungen) auf die Wahrnehmung durch die Außenwelt (Zuhörende) zielt.