Die Idee der Jakobsleiter liegt meinem Bild Vertikalspannung zugrunde und wird als Menschheitsthema unter anderem im Buch Du musst dein Leben ändern von Peter Sloterdijk thematisiert. Wie es mir mit der Lektüre dieses Buches gegangen ist, habe ich in zwei Beiträgen beschrieben. Die philosophische Begriffsbildung Sloterdijks hat mich zum Titel meines aktuellen dreiteiligen Bildes inspiriert.

Eine interessantere Assoziation für die Jakobsleiter im Sinne einer Vertikalspannung finde ich aber in der Sprache der Poesie. Die poetische Sprache führt wie das Aufwärtsgehen über den Alltag hinaus. Wenn dann in poetischer Sprache die Faszination des Bergsteigens beschrieben wird, wie in Christoph Ransmayrs poetischem Roman Der fliegende Berg, verstärken sich Form (Roman im poetischen Flattersatz) und Inhalt (Extrem-Bergsteigen im Himalaya-Gebiet in Tibet).

… der Weg in die Vertikale hat etwas Besänftigendes, Tröstliches insofern, als ich dort irgendwann jenen Punkt erreiche, an dem es aus dem ganz einfachen Grund nicht mehr weitergeht, weil der nächste Schritt einer ins Leere wäre. (Zitat von Christoph Ransmayr in: Die Rampe 3/09, S 123)

Vertikalspannung

Johann Moser, Vertikalspannung, 2009, ca. 201 x 110cm, Acryl, Karton, Leinwand.