Articles tagged with: Realtime Processing

TypoGrafische Strukturen

Grafische Strukturen werden mit Hilfe von Algorithmen so erzeugt, dass im Wahrnehmungs-Prozess Gestaltbildung geschieht: durch korrespondierende Bereiche, Aussparungen (die unser Gehirn zum Ergänzen anregen), Verbindungen zwischen den Farben und unregelmäßig skizzierte Begrenzungslinien. Die vorwiegend annähernd orthogonalen Strukturen treten zu Kreisbögen und singulären Linien in Beziehung. Dazu gibt es optional typografische Strukturen aus verschiedenen Texten. Realtime Processing, realisiert mit MaxMspJitter.

Ausstellung im Cafe Suchan, Freistadt, 2008

Erinnerung an Freistadt

Work in Progress. Eine neue Serie ist da.

Das Konzept

Bei der Erinnerung an (markante) Gebäude einer Stadt setze ich einzelne Strukturen und Formen gedanklich zu einem (neuen) Bild zusammen. Manches erinnere ich noch sehr genau, andere Bereiche fügen sich nur mehr als Grundformen ohne Details, als monochrome Farbschicht ein. Verschiedene Ausschnitte und Perspektiven überlappen sich, erzeugen eine gewisse Spannung und halten das Bild in Schwebe.

In meinem Projekt kombiniere ich bis zu fünf Schichten von Fotos bzw. Grafik zu einem Bild, setze Parameter wie Position, Farbe, Grafik-Processing und speichere das Ergebnis als Kompositum. Für das Generieren der Komposita habe ich mit dem Softwareprodukt MaxMspJitter ein Computerprogramm entworfen, das mit einer grafischen Oberfläche Parameterwahl ermöglicht sowie teilweise automatisiert neue Kombinationen vorschlägt.

Das kombinierte Bildmaterial ist nahezu beliebig erweiterbar, es können unzählige Bilder generiert werden, deren Zusammengehörigkeit klar ersichtlich ist, die sich aber in den dargestellten Inhalten und Details unterscheiden.

 

Technische Details

Algorithmische Medienkunst.
Quadratisch auf Hahnemühle Fotorag A4 oder A3 308g oder
20x20cm oder 30x30cm auf Holzkassette.

Anmerkungen zur Ästhetik dieser Serie

Vor einigen Jahren habe ich mich mit Modellen der Rauminszenierung im zeitgenössischen europäischen Kino (David Bordwell in: Zeit, Schnitt, Raum 1997) befasst und konnte bei der Re-Lektüre feststellen, dass einige Merkmale der Rauminszenierung auch auf meine Serie Erinnerung an Freistadt zutreffen.

Man kann den … Begriff »planimetrisch« heranziehen, wenn räumliche Tiefe durch eine Reihe bildparalleler Ebenen dargestellt wird. (S 20)

Zwischen der Flächigkeit der Bilder und räumlicher Tiefe besteht aber kein Widerspruch. Der Tiefeneindruck entsteht durch das Überlappen von Konturen, der Nah- und Fernwirkung von Farben und der Anordnung von Elementen. (S 24)

Verschiedene Abstufungen im Übergang zwischen architektonischem Motiv und glatter Farbfläche sowie die horizontalen und vertikalen Linien des Tiffany-Effektes erhöhen den grafischen Eindruck der Bilder. Die Kombination leichter Abweichungen der Perspektive sowie für Altstadt-Architektur ungewöhnliche Farbflächen erhöhen den expressiven Charakter von Erinnerung an Freistadt.

Die ausdrucksstärksten Eigenschaften der besagten frontalen Herangehensweise liegen zweifellos in ihrer Stabilität und ihrer Ausgewogenheit. … Die statische, lang durchgehaltene planimetrische Einstellung »verbildlicht« quasi die Aufnahme, so daß sie einer sorgfältig komponierten (Schaufenster-)Etalage ähnelt. Darin liegt die Verbindung zu Malerie und Grafik. (S 31)

Ein mögliches Szenario

Bürger/innen und Besucher/innen einer Stadt (Beispiel Freistadt) erwerben „ihr“ Bild oder „ihre Bilderserie“ als Erinnerung an Freistadt. Gemeinsam sind den verschiedenen Bildern das Format und die ästhetische Linie. Individuell ist die Art der Präsentation bzw. Rahmung, sofern die Bilder nicht bereits auf Rahmen erworben werden.

Eine verkleinerte Version aller erworbenen Bilder soll im Internet abrufbar sein, auf diese Weise kann man sich einen Überblick über die verwandten Bilder verschaffen. Bei Besuchen werden die Bilder die entsprechende Aufmerksamkeit erhalten, man kann vergleichen und neue Erinnerungen (an die anderen Erinnerungen an Freistadt) wecken.

Medienkunst & Realtime Processing

Die Serie Erinnerung an Freistadt ist ein weiteres Beispiel meiner Medienkunstprojekte, die mit Realtime Processing-Software realisiert wird. Realtime Processing mit MaxMspJitter ist der Inhalt meines Lehrauftrages an der Kunst-UNI Linz. Weitere meiner Medienkunstprojekte habe ich in der Kategorie Medienkunst beschrieben. Ich empfehle auch meinen Text über die Ästhetik algorithmischer Kunst.

feedback structures

feedback structures sind mehrstufig vernetzte Rückkoppelungsstrukturen, in die beliebige Audio-Files geschickt werden. Die Rückkoppelungszeiten sind von etwa 2 Sekunden bis 40 Sekunden abgestuft, die Intensität der einzelnen Rückkoppelungsebenen ist interaktiv wähl- und veränderbar. Ein dynamischer Generator steuert die Prozesse automatisch, nachdem man Folder für Gruppen von Audiofiles ausgewählt hat. Echtzeitklangkomposition.

Klangbeispiele

Da meine WordPress-Version immer wieder Probleme mit größeren Audiodateien macht, hier der Download auf das mp3-File (rechte Maustaste: Ziel speichern unter …)

trio

Aller guten Dinge sind drei. Audiovisuelle Projektarbeit, 2000.

TRIO ist eine audiovisuelle Kompositionsstruktur für je drei Bild-, Farb- und Klangebenen. Bilder und Klänge aus kontrastierenden Themenbereichen werden einander gegenübergestellt. Aus den Formen der Bilder werden mit Hilfe von speziell programmierten unterschiedlich schnellen Übergängen der  drei Farbkanäle neue, eigenständige Formen erzeugt.

Die drei Klangebenen spielen Klänge auf drei Spuren. Diese drei Klangebenen verbinden sich wie die Bildebenen teilweise so stark, dass die einzelnen Klänge bzw. Bilder nicht getrennt wahrnehmbar sind.

TRIO ist als zeitlose audiovisuelle Komposition konzipiert. Aus dem vorliegenden Material von etwa 100 Bildern und 50 Klängen werden in Echtzeit immer neue Kombinationen von Klängen und Bildern erzeugt. So entstehen immer neue Farb-, Form- und Klangwirkungen mit großteils meditativer Qualität.

TRIO wurde für die Diplomprüfung am Studio for Advanced Music- & Media Technology (SAMT) des Bruckner Konservatoriums Linz komponiert. Die öffentliche Präsentation fand am 6. Dezember 2000 statt.

TRIO kann mit Bildern und Klängen aus verschiedenen Themenbereichen realisiert werden. TRIO wurde mit der Software-Kombination MAX-MSP-NATO komponiert und später mit MAX-MSP-JITTER überarbeitet.

TRIO wurde von Jänner bis April 2001 in der Sammlung Essl in Klosterneuburg als audiovisuelle Installation gespielt.

Ein Ausschnitt meiner audiovisuellen Diplomarbeit aus dem Jahr 2000. https://www.facebook.com/johann.moser.kunstprojekte/videos/968689756488709/

 

Still-Galerie

 

Die folgenden beiden Videos sind leider noch in einer etwas ruckeligen Version.

 

st[d]reams

st[d]reams sind akustische Fluss-Strukturen, die mit thematisch gruppierten Audio-Files bespielt werden. Rückkoppelungsintensitäten und Klangintensitäten der einzelnen Klangebenen sind interaktiv wähl- und veränderbar. Ein dynamischer Generator steuert die Prozesse automatisch, nachdem man Folder für Gruppen von Audiofiles ausgewählt hat. Echtzeitklangkomposition, realisiert mit MaxMspJitter.

Klangbeispiel

Da meine WordPress-Version immer wieder Probleme mit größeren Audiodateien macht, hier der Download auf das mp3-File (rechte Maustaste: Ziel speichern unter …)

Interface zur Klangkontrolle

Interface zur Klangkontrolle