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Untersuchungen einer bestimmten Geschwindigkeit

Fotografische Aufnahmen von Geschwindigkeit zeigen eine Diskrepanz zu unserer visuellen Wahrnehmung von Geschwindigkeit. Während unser Gehirn die unscharfen Aufnahmen zurecht-rechnet oder so viele Bilder pro Sekunde wahrnimmt, dass wir die Vorstellung einer glatten Bewegung erhalten, zeigt uns der Zeitabschnitt eines Fotoapparats (je nach Technik, Geschwindigkeit und Belichtung) die Bewegung in einem einzigen Bild, also bewegungsunscharf. Bei einiger Konzentration ist es allerdings möglich, auch in der Sinneswahrnehmung die unscharfen Bilder zu sehen.

Ein zweites Thema dieser Serie sind die verschiedenen Bildebenen, die sich durch Ausblick aus dem Fenster, Anblick vor dem Fenster, Spiegelung und Rückspiegelung ergeben. Die Geschwindigkeitsbilder werden dadurch vielschichtig und erfordern die Entzifferung der verschiedenen Ebenen.

Die Aufnahmen entstanden während einer Busfahrt und stehen in einer Reihe mit anderen anderer Serien zum Thema Geschwindigkeit und Bewegung bzw. vielfältige Bildebenen.

unterwegs

Mein fotografisches Interesse gilt immer wieder der Fortbewegung und der Geschwindigkeit. Die Serie unterwegs zeigt Bilder, die ich aus dem fahrenden Zug gesehen habe. Die unterschiedliche Bewegungsunschärfe verweist auf unterschiedliche Bewegungsgeschwindigkeit von Vordergrund und Hintergrund. Ebeso finde ich die unterschiedliche Bewegungswahrnehmung von Person und Kamera beobachtenswert.

Wer den Ort genauer wissen will: Westbahnstrecke zwischen Linz und Wels.

Tisch mit Bewegung

Aus meinen Bildern Sommerakademie, 1984. Ich habe damals mit Bewegungsstudien begonnen, die mich immer noch beschäftigen.

Tisch mit Bewegung, 1984

Tisch mit Bewegung, 1984

Schnittstelle Mensch-Instrument

Kammermusikkonzert zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit Werken für Klavier und Cello. Das (Körper-)Spiel der Cellistin macht mir bewusst, dass die Ausübung von Musik (auch) Gestaltung der Schnittstelle Mensch-Musikinstrument ist. Das Musikinstrument einerseits als Erweiterung des Musiker-Körpers, andererseits als Kommunikationspartner; die Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt werden im Musikinstrument durchlässig.

Das Handling des Musikinstruments wird als mehrdimensionales Sinnesorgan wahrnehmbar, der Wahrnehmungsprozess ist nicht nur auf sich selbst als ausübende Person gerichtet, sondern für die Zuhörenden inszeniert – in diesem Fall nach den (interpretierten) Vorstellungen von Felix Mendeslssohn Bartholdy. Musizieren als Handeln eines Sinnesorgankomplexes, das in der Interaktion mit der erweiterten Körpergrenze (Musikinstrument) im Gehirn der anderen einen intensiven Wahrnehmungsprozess (Musikwahrnehmung, Emotion) auslöst. Ein Sinnesorgan, das neben der Selbstwahrnehmung der Außenwelt (Schwingungen) auf die Wahrnehmung durch die Außenwelt (Zuhörende) zielt.